„Nicht mein Fehler, monsieur!“

Ich musste heute, als ich las, dass der ukrainische Präsident Petro Poroschenko den Separatisten im Osten seines Landes vorwarf, sie hätten einen „zynischen Akt des Terrors, der bestraft werden wird“, begangen (sie hatten ein Transportflugzeug der ukrainischen Armee abgeschossen, wobei 49 Menschen, darunter 40 Fallschirmjäger, getötet wurden), an Kurt Tucholsky denken, von dem ich vor langer Zeit mal etwas über das Denken des von ihm verachteten deutschen Offizierskorps gelesen hatte. Tucholsky zitierte 1922 aus dem Kriegstagebuch eines Gardehauptmanns, nachdem seine Einheit französische Soldaten gefangengenommen hatte:

„‚Ich fragte einen Gefangenen, wie sie zu der Frechheit kämen, die kaiserliche Garde anzugreifen.‘ Man stelle sich das Bild vor: der eine Kriegsmann fragt den andern von der Gegenseite, wie er sich erlauben könne, zu schießen! Der Franzose gab dem Mann die einzig richtige Antwort: ‚Ce n’est pas ma faute, monsieur!‘, sagte er.“ (Kurt Tucholsky: Ausgewählte Werke, Rowohlt 1965,  S. 262)

 

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