Querdenker-Liebe: Uns tut es doch weher als Euch!

Super-Gut-Drauf-Middle-Class-Dudes fahren durch Deutschland und zeigen Euch Losern auf den Intensivstationen voller Liebe den Mittelfinger: „Wir drücken Euch die Daumen! Nur jeder zweite stirbt bei der Beatmung! Stärkt Eure Abwehrkräfte – wir fluten Euch mit Liebe!“

„Und wenn wir Euch Journalisten mal einen festen Tritt zwischen die Beine geben müssen; oder einem eine kräftig ins Gesicht langen müssen: Uns tut es doch mehr weh als Euch selbst! Wir lieben Euch, und deshalb schlagen wir Euch“.

Ebbe langts! No Fire, No Virus, No Freedom?

Melanie Brinkmanns Traum

Das Mehrfamilienhaus im dicht bebauten Vorstadtviertel hatte gebrannt. Und brannte immer noch ein wenig, aber die Feuerwehr hatte fast alles gelöscht. Einige kleinere Glutnester waren noch zu sehen. 

Zwei der drei großen Löschwagen hatte der Einsatzleiter schon bedeutet, dass sie sich für den Abzug vorbereiten könnten. Plötzlich hörte man eine Explosion im Hinterhaus. Warum auch immer. Munition, illegal gelagert? Oder hatte jemand Feuerwerkskörper gehortet, damit er nicht beim nächsten Mal knalltechnisch auf dem Trockenen sitzen würde, falls der Corona-Lockdown auch noch zum kommenden Silvester andauern sollte? Was genau die Ursache war, konnte man nicht wissen, allein: Es musste sofort gehandelt  werden.

Denn die Flammen loderten nach der Explosion wieder auf, eine neue Feuerwelle brach los. Die Menschen drumrum, die auf das Ende des Brandes gewartet hatten, und auch die Feuerwehrleute, die gerade erschöpft dieses Kapitel nach den schweißtreibenden Löscharbeiten für sich hatten abschließen wollen, stöhnten auf.

“ Hört das denn nie mehr auf?!“ schimpften einige. „Naja“, sagte eine Frau, „aber guckt mal, es brennt schlimmer als bei der ersten Welle, als die Feuerwehr gekommen war. Die müssen doch weiter Weiterlesen

„Der Wein, dass ich genese, reift nicht, zerstört längst vor der Lese …“

Mitternachtsbrief X
(Marseille, Silvester 1940/41, in memoriam)

Die SA demonstrierte vor dem Theater gegen sein Stück „Der Kaufmann von Berlin“, Josef Goebbels hetzte gegen ihn und wünschte ihn im Nazi-Blatt „Angriff“ „An den Galgen“. Seine Bücher wurden am 10. Mai 1933 verbrannt. Er konnte vor den Nazis nach Frankreich und 1941 in die USA fliehen, bevor er Nazi-Deutschland ausgeliefert werden konnte. Viele andere Schriftsteller, denen das verbrecherische Hitler-Regime nach dem Leben trachtete, überlebten es nicht, auch wenn sie es ins Exil geschafft hatten. Erich Mühsam, Carl von Ossietzky, Ernst Toller, Kurt Tucholsky, Ödon von Horvath, Ernst Weiss, Josef Roth, Theodor Lessing, Walter Hasenclever. Viele von ihnen hatten Selbstmord begangen. In der Silvesternacht 1940/41 – vor 80 Jahren – schrieb er ein bitteres Gedicht in Erinnerung an all diese Menschen und Gefährten im Kampf gegen die kriminellen „Hunnen“, die ganz Europa mit Krieg überzogen hatten. Dieses empathische Gedicht Weiterlesen

Nervengift für Spaßmacher*innen: Das Paprika-Schnitzel

Als hätten wir uns 2020 nicht mit dem rassistischen Mord an George Floyd befassen müssen; und mit den rassistischen Morden an neun Menschen in Hanau; und als hätte es nicht 2019 den Versuch eines rassistischen Mörders gegeben, über 50 jüdische Menschen zu ermorden, die sich in Halle in ihrer Synagoge versammelt hatten, um Jom Kippur zu feiern; und als wäre es nicht in den Öffentlich-Rechtlichen Medien (für die ich auch arbeite) und in den vielen, vielen seriösen Tages- und Wochenzeitungen, Zeitschriften, Online-Medien mittlerweile klar, dass Rassismus ein viel zu oft tödliches und strukurell menschenfeindliches Phänomen in Deutschland ist, kann sich plötzlich im Öffentlich-Rechtlichen WDR-Fernsehen eine Runde erschreckend flacher Spaßmacher*innen versammeln und alles mit einer tumben, stupiden, ignoranten und doch abstoßend von sich selbst und seiner/ihrer volksverbundenen Schläue überzeugten Genervtheit wieder auf einen Stand zusammenschnurren lassen, als hätten wir gerade 1959 oder 1967 oder jedenfalls ganz lange her.

„Was dürfen wir jetzt sagen?“ fragen die Comedians, die diese Debatten in den letzten Jahren zwar mitbekommen haben müssen, sie aber wahrscheinlich einfach uninteressant und eben „nervig“ fanden Weiterlesen

Endlich Ruhe! Katzen danken Merkel und den Ländern

Lassi (6): „Jedes Jahr Silvester der Horror – ihr wisst gar nicht, wie unerträglich die Angst ist“. Skye („Pumpi“, 5): „Ihr macht es wegen den Krankenhäusern. Aber wir profitieren davon. Haustiere, Ärzt*innen und Pfleger*innen in einem Boot!“

Gemeinsam gegen den Silvesterhorror! CfPD – Cats for Peace and Disarmament.

Humorkunde: Hefte raus, Witzanalyse!

Ganz unerwartet fühlte ich mich heute an die Zeit 2016 erinnert, als es einen erbitterten Streit um das Schmähgedicht von Jan Böhmermann gegen Recep Tayyip Erdogan gab. „Was darf Satire?“, „Das ist keine Satire mehr!“, „Soll das Satire sein?“ etc. wurde damals darüber gerechtet.

Viele in Deutschland fanden damals die expliziten Inhalte von Böhmermanns Schmähgedicht rassistisch; sahen darin eine herabwürdigende, schmähende Menschenfeindlichkeit. Was es ja im Wortsinne auch unbestritten war. Aber eben nicht im Sinne des Gemeinten. So ist das bei Satire, und so oder ähnlich ist es eben bei allen irgendwie uneigentlichen Texten, in denen das vordergründig gesagte hintergründig etwas ganz anderes meint.

Manches wiederholt sich als Farce. Das war jedenfalls heute mein Gefühl. Das Bundespresseamt hat zwei Videos veröffentlicht, in denen im Jahr 2070 einmal ein alter Herr, einmal ein altes Ehepaar auf das Jahr 2020, das Jahr der Pandemie zurückblicken. „Wir waren Helden“, sagen sie, weil sie damals einfach zu Hause blieben und faulenzten. Inszeniert im TV-Genre der History-Doku, mit Zeitzeugen, die von damals erzählen.

Und erneut geschah etwas, von dem ich nicht sicher bin, ob das vielleicht wirklich nur in Deutschland geschehen kann. Deutsche haben keinen Humor, sagen viele. Und wenn doch, dann nuhr eine holprige, verdruckste, verklemmt schlüpfrige Witzischkeit, bar jeder Eleganz, jedes Augenzwinkerns, jeder Selbstironie. Deutscher Humor ist jedenfalls kein Exportartikel, wie der britische.

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Hanau führt: Die meisten Corona-Neuinfektionen deutschlandweit

Denn: Wir wollen unser „altes Leben zurück!“ (Thomas Bertold, 8.8. in Stuttgart) Feiern wie früher. Und das Corona-Virus? Das frisst der Querdenker-Saurier.

Feiern wie früher: Corona frisst der Querdenker-Saurier! von juimka