Nach dem Massenmord von Hanau: Zurück zur Tagesordnung?

„in orbit“ und „ON AIR“: Netze spinnen wie die Spinnen

Tomás Saracino in Düsseldorf und Paris (Gefilmt mit einem S8)

Tomás Saraceno wurde 1973 in San Miguel de Tucumán in Argentinien geboren. Er lebt in Berlin. Seine Werke entstehen „in intensiver Auseinandersetzung mit biologischen und physikalischen Erkenntnissen, die er sich für seine ambitionierten Projekte zunutze macht“. Besonders intensiv beschäftigt er sich mit Spinnennetzen. Zur Vorbereitung seiner spektakulären Netzkonstruktion „in orbit“ unter der Kuppel des Ständehauses K 21 in Düsseldorf setzte Saraceno verschiedene Spinnenarten nacheinander in Vitrinen und beobachtete ihr Vorgehen. Auch im Palais de Tokyo in Paris spannte Saraceno riesige Spinnennetze, durch die sich die Menschen bewegen konnten, so wie sie in Düsseldorf 25 Meter unter der riesigen Glaskuppel herumklettern können.

„Wenn mir das nötig erschien, habe ich mich angelegt, ja!“

Die Jugendbuchschriftstellerin Gudrun Pausewang ist gestern, Donnerstag, 23. Januar 2020 verstorben.

Gudrun Pausewang wurde 91 Jahre alt und starb an ihrem Altersruhesitz im bayerischen Bamberg.

1999 habe ich Gudrun Pausewang bei sich zu Hause in Schlitz (Vogelsbergkreis, Hessen), wo sie damals wohnte, interviewt. Es war damals für mich nicht weit, da ich unweit davon, in Fulda, lebte und arbeitete. Sie bekam am 4. November 1999 vom damaligen Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) das Bundesverdienstkreuz überreicht, und ich sprach vorher mit ihr, um dann am Tag der Verleihung einen Beitrag über sie zu machen. Das ca. 14 Minuten lange Gespräch mit ihr habe ich noch; es ist kein richtiges Interview, meine Fragen sind also nicht fürs Senden gedacht gewesen, und gegen Schluss fehlen sie manchmal, weil ich sie etwas fragte und dann erst das Aufnahmegerät wieder anschaltete. Aus dem Gespräch schnitt ich dann für meinen Hörfunkbeitrag nur einige wenige O-Töne heraus.

Gespräch mit Gudrun Pausewang 1.,2., oder 3. November 1999:

 

Text meines Beitrages vom 4. November 1999: Weiterlesen

„30 Sekunden, zehn, neun, acht. Plötzlich bumm. Sie sind weg, Sir!“

Fichte, gute Drinks und Feinschmecker: Wird Hermann L. Gremliza posthum Liebling des Bildungsbürgers?

Wird Hermann L. Gremliza posthum Liebling des Bildungsbürgers?

Hoffentlich denkt das kulturliebende Bildungsbürgertum, das immer schon ein klein wenig toleranter gegenüber schöngeistigen Linken war als der Rest der konservativen FAZ-Leser, jetzt nicht: „Na, das war schon ein ganz schön radikaler Linker. Aber jetzt ist er tot, und er hat so herrlich kritisch und Weiterlesen

Vor 75 Jahren: Über 700 Menschen starben im Grezzbachbunker in Fulda

Die Stadt Fulda hat im Zweiten Weltkrieg prozentual mehr Bombentote gehabt als Köln, Hamburg oder Frankfurt: über 3 Prozent der Bevölkerung ließ ihr Leben im Bombenkrieg. Am 11./12. September 1944 kamen bei den ersten großen Angriffen auf die Stadt rund 800 Menschen um. Am Tag nach Weihnachten folgte das nächste Bombardement. Wegen der Ardennenoffensive der Deutschen bombardierten die Alliierten alle Bahnhöfe im Hinterland, um die Wehrmacht vom Nachschub abzuschneiden. Am 27. Dezember 1944 mittags griffen sie den Bahnhof Fulda an.
In Fulda spricht man vom „Angriff auf den Grezzbachbunker“. (Wobei der Name mal „Grezzbach“, mal „Krätzbach“ geschrieben wird). Über 700 Menschen kamen damals dabei ums Leben. Unter den Opfern waren auch von den Nazis zwangsverpflichtete Arbeiter in einer nahegelegenen Firma. Das ist jetzt 75 Jahre her. Vor 15 Jahren berichtete ich darüber, mit Menschen, die das 60 Jahre vorher miterlebt hatten:

Beitrag in hr4-Nordosthessen am 27. Dezember 2004:

 

„rhoen.info“ schreibt über die Folgen und beruft sich dabei auf den Fuldaer Historiker Günter Sagan, der auch im Beitrag zu Wort kam: Nahezu ohne Betreuung werden die Geretteten ihrem Schicksal und den psychischen Folgen der Katastrophe überlassen. Einzelne Überlebende berichten, dass sie ohne Betreuung Kilometer weit nach Hause laufen mussten. Die nationalsozialistischen Entscheidungsträger waren bemüht, Hiobsbotschaften, die die Bevölkerung hätten demoralisieren und entmutigen können, unter Verschluss zu halten und statt dessen die Wut auf die „Brutalität und Bestialität“ des Feindes zu lenken.“

 

Die „Hexennacht“ auf dem Aschenberg

Eine Zeitreise ins Jahr 1999 und zurück – zwei Podcasts

Folge 1: Eine Reise ins Jahr 1999

Folge 2: 20 Jahre später: Vom Brennpunkt zur Sonnenterrasse?