Der Kulturkampf, der aus dem Ruder lief?

Gestern nacht unserer Zeit: Ein Mann stürmt in zwei Moscheen, ermordet viele, viele Menschen und hinterläßt ein Manifest, dessen rassistischer Ton keinen Zweifel an seiner Verwerflichkeit lassen kann – für jeden, der auch nur ausschnittsweise erfuhr, was da drin steht.

Der Soziologe Matthias Quent erklärte dem Deutschlandfunk Kultur:

Das ist nicht das Machwerk eines Irren, sondern eine ziemlich kohärente neofaschistische Ideologie, die dort dokumentiert wird, die Ideologie einer globalen rechtsradikalen Bewegung, die sich in einem Kulturkampf sieht, einem Kampf gegen den angeblichen Untergang durch Überfremdung.

Einige Tage vorher hatte ich mal in den Blog „Die Achse des Guten“ hineingeschaut, und einen fast dreieinhalb Jahre alten Eintrag gelesen: Katharina Szábo schrieb im Oktober 2015 über eine „wahnsinnig gewordene Regierungskaste“ in Berlin, über eine „stammelnde“ Rede von Angela Merkel Weiterlesen

Ein Doppelname – hihi!

Der arme Bernd Stelter. Das muss ihn wie aus heiterem Himmel erwischt haben! Ein Witz über einen Doppelnamen, den eine Frau trägt: Das war doch bisher immer ein leicht einkassierter und gesellschaftlich von links bis rechts akzeptierter Brüller. „Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Prust! SLS, krrr! Gabriele Lösekrug-Möller Hahaha! Sigrid Skarpelis-Sperk. Triple-S, Dreifach-ROFL!“ Dem lach- und klatschbereiten Publikum konnte man damit immer ein kleines Vergnügen bereiten, das Schenkelklopfen und Sichwegschmeißen darob war meisten schon längst wieder abgeklungen, bevor das Gehirn an die Lachmuskeln melden konnte:

Weiterlesen

Woher stammt der Plastikmüll im Meer?

Der kleine Prinz in der Plastikflut juimka@juimka.de, Foto: Ch. Käppeler

Immer mehr kleine und große Plastikteilchen sammeln sich in den Meeren der Welt. Geht das so weiter, gibt es in knapp 30 Jahren dort mehr Plastikmüll als Fische. Wie das Plastik ins Wasser gelangt? hr-iNFO klärt auf.

Von Christoph Käppeler

Vor 21 Jahren entdeckte der Schiffskapitän Charles Moore im Pazifik zwischen Kalifornien und Hawaii eine riesige Müllansammlung im Meer. „Hier ein Stück und dort ein Stück. Es ist kein festes Areal, sondern vielmehr eine Plastiksuppe“, berichtete Moore. Der größte Teil des Mülls schwamm (weiterlesen bei hr-info)

„Woher stammt der Plastikmüll im Meer?“ Beitrag in hr-info 5.9.2018

„Scobel“ in 3Sat, 21.02.2019: Die Plastikflut – Bald gibt es in den Meeren mehr Plastik als Fische

Hetzjagd in der Merkeldiktatur

Der Begriff „Hetzjagd“ ist verwendet worden, von vielen, die die Ereignisse in Chemnitz beschrieben haben. War er unangemessen? War er falsch? Torsten Kleditzsch, der Chefredakteur der Chemnitzer Tageszeitung Freie Presse erklärte, u.a. in einem Interview mit dem Deutschlandfunk, dass aus seiner Sicht das Wort Hetzjagd nicht zutreffe.

Aber: Viele haben von einer Hetzjagd gesprochen. Auch ich habe das getan, in einem Kommentar für hr-info. Auch Regierungssprecher Steffen Seibert verwendete den Begriff.

Nein, eine Hetzjagd, in dem Sinne, dass Menschen andere Menschen über längere Zeit und Distanz vor sich hertreiben, habe die Freie Presse, nicht beobachtet, aber: „Es gab aus der Demonstration heraus Angriffe auf Migranten, Linke und Polizisten. So wurde Menschen über kurze Distanz nachgestellt. Insofern wäre der Begriff „Jagdszene“ noch gerechtfertigt“.

Also: Ein Skandal? Ein Medienskandal? Weil ein womöglich unangemessener Begriff benutzt wurde?

Stimmt: Chemnitz war nicht Mügeln oder Guben

Wenn man es sich recht überlegt: Das, was rechte Demonstranten in Chemnitz getrieben haben, hatte wohl nicht das dramatische Tempo und die notwendige Dauer einer „Jagd“.

Weiterlesen

Gepflegtes Gespräch über Retten oder Nichtretten – Phantasie 3

Samstag nachmittag, F-Bornheim-Mitte, er sitzt vor einem Café. Sie kommt vorbei. Er sieht sie:

„Guten Tag, meine Liebe! Nach Monaten! Ich habe sie ja lange nicht gesehen. Wie geht es Ihnen denn?“

„Ach, wie schön, Sie einmal wieder zu sehen. Mir geht es gut. Ja, ich hatte wenig Zeit. Ich habe meine Kinder besucht – die wohnen ja überall verteilt in Deutschland – dann war Weihnachten – ach: das waren doch nicht nur Monate! Das war mindestens ein Jahr, wir haben uns im Juli 2017 gesehen, nach dem G20-Kram in Hamburg“.

„Oh, ja! Sie haben Recht, das ist schon so lange her. Ich sitze hier faul in der Sonne, lese Zeitung, trinke Kaffee, genieße den Samstag – und sie schleppen noch Einkäufe nach Hause?“

„Ja, ist aber nichts wichtiges. Ich wollte beim schönen Wetter nochmal raus und habe als Vorwand nochmal einiges im Drogeriemarkt gekauft. Und sie haben die ‚Zeit‘ noch nicht durch?“

„Ja, ich kriege die nie ganz durch. Aber bei dieser hier bleibe ich seit Donnerstag immer wieder an diesem einen Artikel hängen: Guckense mal: Da steht drüber: „Oder soll man es lassen?“, und darunter schreiben dann zwei Journalistinnen ihre verschiedene Meinung dazu, ob man es tun oder ob man es lassen soll, nämlich: Ob man Menschen aus dem Mittelmeer retten soll oder nicht?“ Weiterlesen