Fichte, gute Drinks und Feinschmecker: Wird Hermann L. Gremliza posthum Liebling des Bildungsbürgers?

Wird Hermann L. Gremliza posthum Liebling des Bildungsbürgers?

Hoffentlich denkt das kulturliebende Bildungsbürgertum, das immer schon ein klein wenig toleranter gegenüber schöngeistigen Linken war als der Rest der konservativen FAZ-Leser, jetzt nicht: „Na, das war schon ein ganz schön radikaler Linker. Aber jetzt ist er tot, und er hat so herrlich kritisch und zugespitzt geschrieben, und man konnte auch einen guten Tropfen Wein mit ihm genießen, und: Er hat leider nicht mehr das Kochbuch geschafft, das ihm AUCH soo wichtig gewesen wäre. Lesen Sie jetzt auch Gremliza? Das war ein großartiger Feuilletonist, und er hat seinen Karl Kraus geeeeeliebt! … Die zwei – ich habe beide im Bücherschrank!“ Und dann darf der – aber andere nicht! – auch das Deutschland, an das Ignatz Bubis immer geglaubt hatte, und von dem Bubis am Ende seines Lebens so enttäuscht war, ein „Scheißland“ nennen. Und darauf hinweisen, dass es nach seiner Einschätzung reell sei, nach einem fast 80jährigen Leben, dass in Deutschland eher 80% als 50% Nazis seien. Die „berechnende Zuneigung“ linker Bewegungen, die „zum Milieu gerannen“, „erwiderte er nie“. Und er wird, so er wider sein Erwarten doch nach dem Tode weiterlebt, auch eine derartige Zuneigung des auch das Linksradikale einkanonisierenden konservativen oder liberalen Feuilletons aus dem Jenseits nicht erwidern. „Zion Politikon“ war Hermann L. Gremlizas letzte Kolumne in konkret 12/2019:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.