Vor 75 Jahren: Über 700 Menschen starben im Grezzbachbunker in Fulda

Die Stadt Fulda hat im Zweiten Weltkrieg prozentual mehr Bombentote gehabt als Köln, Hamburg oder Frankfurt: über 3 Prozent der Bevölkerung ließ ihr Leben im Bombenkrieg. Am 11./12. September 1944 kamen bei den ersten großen Angriffen auf die Stadt rund 800 Menschen um. Am Tag nach Weihnachten folgte das nächste Bombardement. Wegen der Ardennenoffensive der Deutschen bombardierten die Alliierten alle Bahnhöfe im Hinterland, um die Wehrmacht vom Nachschub abzuschneiden. Am 27. Dezember 1944 mittags griffen sie den Bahnhof Fulda an.
In Fulda spricht man vom „Angriff auf den Grezzbachbunker“. (Wobei der Name mal „Grezzbach“, mal „Krätzbach“ geschrieben wird). Über 700 Menschen kamen damals dabei ums Leben. Unter den Opfern waren auch von den Nazis zwangsverpflichtete Arbeiter in einer nahegelegenen Firma. Das ist jetzt 75 Jahre her. Vor 15 Jahren berichtete ich darüber, mit Menschen, die das 60 Jahre vorher miterlebt hatten:

Beitrag in hr4-Nordosthessen am 27. Dezember 2004:

 

„rhoen.info“ schreibt über die Folgen und beruft sich dabei auf den Fuldaer Historiker Günter Sagan, der auch im Beitrag zu Wort kam: Nahezu ohne Betreuung werden die Geretteten ihrem Schicksal und den psychischen Folgen der Katastrophe überlassen. Einzelne Überlebende berichten, dass sie ohne Betreuung Kilometer weit nach Hause laufen mussten. Die nationalsozialistischen Entscheidungsträger waren bemüht, Hiobsbotschaften, die die Bevölkerung hätten demoralisieren und entmutigen können, unter Verschluss zu halten und statt dessen die Wut auf die „Brutalität und Bestialität“ des Feindes zu lenken.“

 

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