Greta Thunberg und die Klimastreiks: Streit jetzt auf akademischem Niveau!

„“Sehr guter Artikel auf hohen intellektuellen Niveau“, lobt ein Leser Liane Bednarz‘ „Liberal-Konservative Notizen“ zum Thema „Wie Greta & Co. den Neuen Rechten nützen„. Das zitiert sie auch auf ihrer Facebook-Seite, auf der sie ihren Blogbeitrag verlinkt. Um das regelrecht akademische Niveau zu belegen, weist sie zudem darauf hin, dass „Geschichte der Gegenwart“, der Blog „renommierter Schweizer Professoren“, sie zum Ausbau des Themas eingeladen habe.

So vorbereitet, muss man sich also schon einmal mit einer gewissen ehrfürchtigen Vorsicht ans Lesen machen – „Bitte nicht gleich in die Luft gehen“ bittet sie mich als Leser sicherheitshalber noch einmal zu Beginn.

„Mir macht diese Hysterie und blinde Bewunderung und Befürwortung der auf mindestens Monate angelegten Schulpflichtverletzung langsam ernsthaft Sorgen“, hatte Liane Bednarz vorher auf Facebook geschrieben. Es sei für sie eine „geschichtsblinde Anmaßung“, „Greta Thunbergs Aufruf zum Schulfernbleiben in eine Liga mit Martin Luther Kings Kampf in den USA der damaligen Zeit gegen die manifeste Unterdrückung der Farbigen“ zu rücken.

Das hatte dort eine lebendige Diskussion mit über 250 Kommentaren ausgelöst. Weiterlesen

Auch in der Marktwirtschaft darf enteignet werden

Mein Beitrag heute früh für hr-info:

(Da der Beitrag längst nicht mehr auf der hr-info-Webseite steht, habe ich am 1.12.2024 den ursprünglichen Audiobeitrag inklusive Text hier eingefügt.)

 

In der DDR, Im Sozialismus, hatte der Staat die meisten Unternehmen den privaten Eigentümern weggenommen und betrieb sie selber.

Und deshalb gab es für Karl Eduard von Schnitzler, den Chefpropagandisten des DDR-Fernsehens, in Weiterlesen

Das Ende des Internets und der Freiheit? Oder ein neuer Fall von schwarz gegen weiss?

Ich muss zugeben, dass das Thema der Urheberrechtsrichtlinie, über die das EU-Parlament am Dienstag, 26. März 2019 abgestimmt hat, länger nicht zu meinen Kernthemen gehörte. Es drang immer nur an mein Ohr, dass sie sehr umstritten ist, und dass alle, die sich gegen mächtige Konzerne und Lobbies wehren, gegen diese Richtlinie sind. Die Bedenken dagegen schienen – gemessen an dem Engagement derer, die sich sehr emotional dazu äußerten – sehr schwerwiegend zu sein. Vor allem die Jugend, die noch nicht in Abhängigkeiten mit mächtigeren und einflussreicheren Kräften dieser Welt verstrickt ist, hat sich noch den frischen und freiheitsliebenden Blick auf das bewahrt, was da unheilvoll die Freiheit des Wortes, des Bildes, des kreativen Schaffens aufs höchste gefährdet.

Sie sind so alarmiert, weil Artikel 13 (jetzt 17) dazu führt, dass bald Youtube und das ganze Internet tot sind. Youtube muss Uploadfilter einbauen, um nicht in Konflikt mit dem Gesetz zu kommen, weil es ja hilflos wäre: Das kleine, sympathische Start-up aus den USA müsste schier an der Masse des ständig hochgeladenen Materials scheitern. Wie soll es zugelassene Zitate, Satire, Persiflage und anderen uneigentlichen Umgang mit Kreativprodukten von unzulässiger Verwertung von urheberrechtsgeschützten Inhalten unterscheiden?

Die Mega-Plattformen: Da sind sie überfordert, die Armen!

Youtube, Facebook oder Google: Die können schon allerhand: Sie können mir, als einem von Milliarden Nutzern punktgenau die Werbung schicken, die sie aus meinem Nutzerverhalten Weiterlesen

Der Kulturkampf, der aus dem Ruder lief?

Gestern nacht unserer Zeit: Ein Mann stürmt in zwei Moscheen, ermordet viele, viele Menschen und hinterläßt ein Manifest, dessen rassistischer Ton keinen Zweifel an seiner Verwerflichkeit lassen kann – für jeden, der auch nur ausschnittsweise erfuhr, was da drin steht.

Der Soziologe Matthias Quent erklärte dem Deutschlandfunk Kultur:

Das ist nicht das Machwerk eines Irren, sondern eine ziemlich kohärente neofaschistische Ideologie, die dort dokumentiert wird, die Ideologie einer globalen rechtsradikalen Bewegung, die sich in einem Kulturkampf sieht, einem Kampf gegen den angeblichen Untergang durch Überfremdung.

Einige Tage vorher hatte ich mal in den Blog „Die Achse des Guten“ hineingeschaut, und einen fast dreieinhalb Jahre alten Eintrag gelesen: Katharina Szábo schrieb im Oktober 2015 über eine „wahnsinnig gewordene Regierungskaste“ in Berlin, über eine „stammelnde“ Rede von Angela Merkel Weiterlesen

Ein Doppelname – hihi!

Der arme Bernd Stelter. Das muss ihn wie aus heiterem Himmel erwischt haben! Ein Witz über einen Doppelnamen, den eine Frau trägt: Das war doch bisher immer ein leicht einkassierter und gesellschaftlich von links bis rechts akzeptierter Brüller. „Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Prust! SLS, krrr! Gabriele Lösekrug-Möller Hahaha! Sigrid Skarpelis-Sperk. Triple-S, Dreifach-ROFL!“ Dem lach- und klatschbereiten Publikum konnte man damit immer ein kleines Vergnügen bereiten, das Schenkelklopfen und Sichwegschmeißen darob war meisten schon längst wieder abgeklungen, bevor das Gehirn an die Lachmuskeln melden konnte:

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Woher stammt der Plastikmüll im Meer?

Der kleine Prinz in der Plastikflut juimka@juimka.de, Foto: Ch. Käppeler

 

Immer mehr kleine und große Plastikteilchen sammeln sich in den Meeren der Welt. Geht das so weiter, gibt es in knapp 30 Jahren dort mehr Plastikmüll als Fische. Wie das Plastik ins Wasser gelangt? hr-iNFO klärt auf.

Von Christoph Käppeler

Vor 21 Jahren entdeckte der Schiffskapitän Charles Moore im Pazifik zwischen Kalifornien und Hawaii eine riesige Müllansammlung im Meer. „Hier ein Stück und dort ein Stück. Es ist kein festes Areal, sondern vielmehr eine Plastiksuppe“, berichtete Moore. Der größte Teil des Mülls schwamm (weiterlesen bei hr-info)

„Woher stammt der Plastikmüll im Meer?“ Beitrag in hr-info 5.9.2018

„Scobel“ in 3Sat, 21.02.2019: Die Plastikflut – Bald gibt es in den Meeren mehr Plastik als Fische

Hetzjagd in der Merkeldiktatur

Der Begriff „Hetzjagd“ ist verwendet worden, von vielen, die die Ereignisse in Chemnitz beschrieben haben. War er unangemessen? War er falsch? Torsten Kleditzsch, der Chefredakteur der Chemnitzer Tageszeitung Freie Presse erklärte, u.a. in einem Interview mit dem Deutschlandfunk, dass aus seiner Sicht das Wort Hetzjagd nicht zutreffe.

Aber: Viele haben von einer Hetzjagd gesprochen. Auch ich habe das getan, in einem Kommentar für hr-info. Auch Regierungssprecher Steffen Seibert verwendete den Begriff.

Nein, eine Hetzjagd, in dem Sinne, dass Menschen andere Menschen über längere Zeit und Distanz vor sich hertreiben, habe die Freie Presse, nicht beobachtet, aber: „Es gab aus der Demonstration heraus Angriffe auf Migranten, Linke und Polizisten. So wurde Menschen über kurze Distanz nachgestellt. Insofern wäre der Begriff „Jagdszene“ noch gerechtfertigt“.

Also: Ein Skandal? Ein Medienskandal? Weil ein womöglich unangemessener Begriff benutzt wurde?

Stimmt: Chemnitz war nicht Mügeln oder Guben

Wenn man es sich recht überlegt: Das, was rechte Demonstranten in Chemnitz getrieben haben, hatte wohl nicht das dramatische Tempo und die notwendige Dauer einer „Jagd“.

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