Steffen Bilgers Donaudampfschifffahrtsrettungsfachkonferenz

Wir sind auf einem sehr guten Weg. Gut, dass unsere Regierung weiß, was zu tun ist. Denn wir haben katastrophales Niedrigwasser. Eigentlich für Merz, Reiche und Klingbeil ein langweiliges Umwelt- und Klimathema. Aber: Blöderweise wirkt sich das auf unser Wirtschaftswachstum aus; niemand wäre drauf gekommen. Die medialen Klimaideologen spotten schon:

Taz-Titel sind einfach auch eine Kunstform für sich.

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— Katharina Nocun (@kattascha.bsky.social) 5. August 2026 um 09:56


Die Flüsse haben rekord-niedrige Wasserstände. Dadurch haben wir um die 0,4 Prozentpunkte weniger Wirtschaftswachstum, sagen Wirtschaftsforschungsinstitute voraus:

Well.Vielleicht funktioniert "Naturschutz hat Pause" halt nicht www.tagesschau.de/wirtschaft/k…

Frau Büüsker (@uedio.bsky.social) 2026-08-05T05:08:08.591Z


Blöd für eine Bundesregierung, deren Motto ist: „Wirtschaft ankurbeln first, Klimakram janz weit hinten“. Aber okay: Klar, Regierungen müssen auch Krise können, und Krisen lösen können wir in Deutschland.

Jedenfalls, wenn wir eine zupackende Regierung mit einem klaren Kurs haben:

Gipfel: Immer eine gute Idee!

Kaum ist mehr Wasser in den Flüssen – wer konnte sowas auch ahnen – ist Donnerstag Gipfel im Kanzleramt, nein, sorry, im Bundesverkehrsministerium. Erste große Mission für den neuen Verkehrsminister Steffen Bilger. Eine knackige „Fachkonferenz“!

„Wir gucken uns an, was wir da aktuell machen können“, sagte am Montag ein Sprecher des Verkehrsministeriums in Berlin. „Wir werden sehen, was an weiteren Vorschlägen kommt.“ Wer an der Konferenz teilnehmen soll, war zunächst noch unklar.

Wie schön, was für ein Sound. Da ist sie wieder: Die erfolgreiche Merkel-Politik. Das berühmte Auf- Sicht-Fahren. Wir schauen uns das mal an und gucken, was wir da machen können.

Endlich mal also wieder ein Gipfel, wie sie Merkel liebte. Die erfolgreichste Regierungsform ihrer 16 Jahre. Bildungsgipfel, Energiegipfel, Integrationsgipfel, Klimagipfel – sie war eine regelrechte Gipfelstürmerin.

So macht man das: Das und das liegt an, das wird gemanagt, manchmal sogar gelöst. Ohne Scheuklappen. Da liegen nicht irgendwelche ideologischen Projekte in der Schublade. Nein, pragmatisches Handeln verträgt keine vorausgedachten Konzepte, sondern da ist wahre Regierungskunst gefragt: Spontane Ideen, mit den richtig zusammengerufenen Experten, und dann hat man binnen Stunden die besten Lösungen, ganz frisch und kreativ und sofort umsetzbar. Und sofort hat es ein Ende mit dem Genöle der „Klimaschützer“: „Mimimi, das haben wir doch alles vorausgesehen, die Pariser Klimaziele, Energiewende, Ausstieg aus den Fossilen, blablabla….“

Gutes bewährtes Werkzeug im Instrumentenkasten

Ich sehe und höre sie schon, wenn sie morgen vor die Presse treten: Denn bestimmt kommt irgendetwas dabei raus. Sehr wahrscheinlich sowas wie:  „Die Bundesregierung unterstützt die betroffenen Unternehmen“. Steuererleichterungen. Bürokratieabbau. Noch mehr lästige Umweltauflagen werden „wir uns anschauen“. Mit „Ländern und Kommunen“ werden Gespräche geführt. Sehr wahrscheinlich auch irgendeine griffige Zahl: „Wir werden eine Summe von XXX Millionen in die Hand nehmen, um Modernisierungen beim Fahrrinnenausbau zu beschleunigen!“

Der ganze erfolgreiche „Instrumentenkasten“, uralt aber bewährt aus der Partei, die „Wirtschaft kann“. Keine Habeck’schen Wolkenkuckucksheime,ein schönes altdeutsches Wort, das man bestimmt im Sauerland gerne verwendet, wenn man diese ganze ideologische Energiewende mal wieder entlarvt.

Steuererleichterungen, Bürokratieabbau, an Stellschrauben rumbasteln. Nicht innovativ, aber bewährt, die generelle Richtung ist richtig, oder? Die Niedrigwasser führenden Flüsse sind eine vorübergehende, mit deutscher Professionalität und exzellenter Ingenieurskunst zu lösende Krise, kein Zweifel.

„Aber: Wenn durch den Klimawandel auch künftig die Flüsse viel häufiger Niedrigwasser führen werden: müssen Sie da nicht auch wesentlich mehr beim Kampf gegen die zunehmende Erderwärmung tun?“, könnte der ein oder die andere Hauptstadtjournalist*in fragen.

Die Antwort wird in etwa so sein:

„Wir tun ja da schon sehr viel: Aber wir haben den Klimaschutz vom Kopf wieder auf die Füße gestellt. Und: Deutschland alleine kann da nicht viel bewirken. Und solange andere Länder nicht so viel wie wir tun, bringt das auch nicht wieder mehr Wasser in die Flüsse“

Denn Deutschland ist da ja der Vorreiter weltweit, und geht seinen Sonderweg. „Niemand sonst tut das“. Wir sind auf Platz 4 beim Ausbau der Solarenergie. Nur die winzigen Staaten China, Indien und die USA liegen da deutlich vor uns. Beim Anteil der Solarenergie am Strom lagen 2024 nur sechs Länder vor Deutschland. (Platz 1 Spanien), bei Windenergie waren wir auf Platz 6 (Platz eins: Dänemark). Im Klimaschutzranking ist Deutschland natürlich ganz vorne, auf Platz – hüstel – 22:

Es ist schon nervig, dass immer wieder, wenn man mal wieder ein Extremwetterereignis hat, die Klimahysteriker mit dem Klimawandel kommen. Hochwasser an Ahr und Erft. Wald- und Flächenbrände immer öfter weltweit, auch in Deutschland. Ausgetrocknete Flüsse. Extremhitze, die alleine im Juni 2026 € 6,3 Milliarden verursacht hat. Abgesehen von den schon ein paar tausend Toten in diesem Jahr.

Aber: Irgendwann sind wir wieder aus dem Gröbsten raus, und bei Springers „Bild“ und „Welt“, „NZZ“, „Nius“, „Apollo“ und vielen anderen ist wieder „Kulturkampf“. Wenn wir nicht grade in 35-40 Grad Hitze ächzen, oder mein Haus durch Hochwasser weggeschwemmt wurde oder meine Ernte auf dem Feld vertrocknet ist, oder der Wald in Brandenburg brennt, ist dann wieder Hatz auf die „Klimafanatiker“, die terroristischen „Klimakleber“, die bevormundenden Habeck-Fans, wird dieser ganze Quatsch mit der „angeblichen menschengemachten Erderwärmung“ in rechten Medien und bei AfD und anderen rechten Parteien „entlarvt“ werden: Denn immer noch haben wir „mehr Kältetote als Hitzetote„, wie kann da ein gefährlicher Klimawandel sein? Warten wir doch erstmal ab, bis es mehr Hitzetote gibt,  dann schaun mer gerne mal, ob dieser Klimawandel wirklich so furchtbar ist.

Es wird wärmer, und das ist auch gut so.

Der erfolgreiche, große deutsche Publizist Matthias Döpfner, Chef der Axel Springer SE machte uns schon 2017 Mut, als er (wenn auch zunächst nur an seinem „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt) laut „Zeit“ 2023 ge-SMSt haben soll: „Ich bin sehr für den Klimawandel, Zivilisationsphasen der Wärme waren immer erfolgreicher als solche der Kälte“.

Also wird medial bis zum letzten noch verdienbaren € oder $ durch fossiles Verbrennen eiskalt weiter auf Erderwärmung gesetzt. Letztlich lässt sich ja auch die derzeitige Bundesregierung von dieser apodiktischen Feststellung Döpfners leiten: Nachweislich leben wir in einer Zivilisationsphase der Wärme – das muss sich ja irgendwann mal in wirtschaftlichen Erfolg umsetzen.

Genauso sieht es ja auch die AfD. Chefin Alice Weidel wird, wenn sie an der Macht sein sollte, sämtliche Windräder abreissen, ganz im Sinne des Springer-Chefs, der vielleicht nur einen einzigen Hass auf etwas hat, und das sind Windräder.

Aber: Es wird ja jetzt schon manch AfD-Politik von anderen Parteien gemacht: Wenn sie jetzt schon das machen, das die AfD ankündigt, hoffen sie zu verhindern, dass die Wähler*innen diese Partei wählen: „Wählt doch uns! Bei harter Migrationspolitik, Streichung von Geldern für queere Jugendliche in Krisen und beharrlichem Aufderbremsestehen beim Ausbau der erneuerbaren Energien kriegt ihr doch von uns schon jetzt das, was diese rechtsextremistischen Amateure auch wollen“.

So haben sie ja 1933 auch Hitler verhindert. Bzw.: Nicht.

Dringendstes neues Ziel jetzt: „Kampf dem Linksextremismus“

Auch jetzt, wo bald eine linksextremistische Partei in Sachsen-Anhalt die Regierung zu übernehmen droht, hat Innenminister Dobrindt (von der klugen, immer richtig aber nicht opportunistisch handelnden CSU) das absolut richtige getan: Der Linksextremismus als Gefahr muss von der Bundeszentrale für Politische Bildung mehr in den Fokus genommen werden. Mit dem Rechtsextremismus sind wir doch weitgehend durch.

Auf Teufel komm raus erstmal die Wirtschaft wieder ankurbeln, solange reden wir einfach gar nicht über Klimawandel. „Die Leut“ wollen das nicht, nur, wenn es mal brennt oder dauerregnet oder der todkranke Vater im Krankenhaus ohne Klimaanlage leidet. So zynisch sieht Merz und seine Regierung offenbar das Wahlvolk. Diejenigen im konservativen Lager, die sich noch einen Rest von Realitätssinn bewahrt haben und die Wissenschaft noch nicht für eine unter vielen, eher dubiosen linken Meinungen halten, wagen es, mal anzudeuten: Vielleicht müsste und könnte man ja doch etwas tun:

Auf so eine Mega-Idee muss man ja erstmal kommen!

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— Christoph Käppeler (@christoph10243.bsky.social) 18. Juli 2026 um 15:09

Das ist erstmal nur der Außenminister. Merz und Reiche geben andere Signale.

Mag Wirtschaft Klimapolitik genauso wenig wie Merz und Reiche?

Die Wirtschaft – jedenfalls der Teil, dem es wehtut – stöhnt und leidet unter der Hitze, den ausgetrockneten Flüssen und verlangt Lösungen, die sie entlasten. Obwohl: Was man zunehmend aus der Wirtschaft hört, ist der Wunsch nach „Klarer Ansage“: Geht der Weg jetzt in Richtung erneuerbarer Energien? Okay, dann stellen wir uns darauf ein und investieren darein. Ach plötzlich nicht mehr? Hm. Aber die Gesetze gelten doch noch? Ach, Frau Reiche ändert die ab? Wann, bis wann, wie ändern sich da Daten, die für uns wichtig sind? Wir haben aber schon richtig viele Millionen in Solarenergie gesteckt – und jetzt wollt ihr die CO2-Zertifikate wieder abschwächen?

Ich kenne mich wenig mit Wirtschaft aus, aber: Ich glaube, eine Partei, die sich mit Wirtschaft auskennt, hielte es für absolut katastrophal, wenn die Unternehmen in dem von dieser Partei regierten Land so mutwillig in die Verwirrung gestürzt werden. Heute Hü, morgen Hott, übermorgen bisschen noch Hü, aber dann doch noch mehr Hott.

Donnerstag wissen wir mehr

Seien wir alle gespannt auf Donnerstag! Der Verkehrsminister schaut sich das mal an, mit dem Niedrigwasser, und dann schaun mer mal. Da redet er wie sein Kanzler: Der sagte ja auch: Das mit dieser Hitze gerade – wenn das nochmal kommt demnächst, dann schauen wir da aber genauer hin!

 

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Ein Beitrag geteilt von GermanZero (@_germanzero)

Große Regierungskunst und Führungsstärke erwarten uns auf jeden Fall!

Und Petrus wird irgendwann wieder Wasser schicken. Hoffentlich dann nicht zu viel davon 🙂

 

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