Redeverbot für Weiße: Voll daneben?
Die junge, noch sehr idealistische Rundfunkreporterin war 1863 von ihrem Sender „Dixie Information Radio (DIR)“ zu einer Pressekonferenz der „Confederate Slaveowners Association“ in Charleston geschickt worden. Ein Routine-Termin: die CSA lud immer anlässlich ihres jährlichen Delegiertentreffens dazu ein.
Neben der Pressesprecherin der CSA saß auf dem Podium nur noch CSA-Chef Harrison LePage; er stand der Presse Rede und Antwort.
Zunächst ging es um allgemein in der Südstaatenpolitik diskutierte Fragen, die von den meist älteren, alteingesessenen Platzhirschen der Lokalzeitungen gestellt wurden:
„Wenn die CSA fordert, die Sklaveneinfuhr aus Afrika um 10 Prozent zu senken, um die Preise zu stabilisieren, wird das nicht den Sklavenmangel verschärfen, über den die Baumwollfarmer schon heute klagen?“
„Wäre es nicht besser, den rechtlichen Status von Sklaven von „Sache“ auf „Tier“ anzuheben, um im Falle einer Tötung höheren Schadenersatz zu bekommen?“.
Schließlich fasste sich die Rundfunkreporterin ein Herz und fragte: Weiterlesen
„Black lives matter“ – aber George Floyd lebt nicht mehr
Wir, drei hr-Kolleg*innen. Jede*r spricht aus eigener Perspektive, bringt Infos, Fragen, Gefühle mit. Es geht um rassistisch motivierte Polizeigewalt in USA/Dtschl. & wie Rassismus und weisse Abwehrstrategien funktionieren? @CKaeppeler und @WilhelmKatha https://t.co/Q8SXGxH7pl
— Hadija Haruna-Oelker (@HadijaHaruna) June 6, 2020
George Floyd starb durch einen Polizisten. 8 Minuten und 46 Sekunden drückte dieser sein Knie auf seinen Nacken, bis er gestorben war. Seitdem demonstrieren in vielen Städten der USA Menschen gegen den oft tödlichen Rassismus. In diesem „hr-iNFO Politik“-Podcast sprechen Hadija Haruna-Oelker, unsere ARD-Korrespondentin in Los Angeles Katharina Wilhelm und Christoph Käppeler über das Ausmaß und über Ursachen von rassistisch motivierter Polizeigewalt gegen schwarze Menschen in den USA und Deutschland. Wie Rassismus und weisse Abwehrstrategien funktionieren und sich Schwarze Menschen empowern und damit selbstbestärken? Was wäre für uns als Gesellschaft zu tun?
Heiliger Geist in durchgeknallten Zeiten
(Wirkt erst so richtig in allen Details in voller Größe: einmal auf Bild klicken) Installation: juimka.de
Ideen und Konzepte der Parteien für die Wirtschaft
Die Phase des #Corona-Lockdowns geht zu Ende, von Normalität sind wir aber noch immer weit entfernt. Welche Ideen und Konzepte für die Wirtschaft haben die Parteien im Bundestag für diese Zeit? @CKaeppeler und @SGSchreiber haben nachgefragt. https://t.co/oy9oMtWrYZ
— hr-iNFO (@hrinfo) May 26, 2020
1. Mai-Picknick 2020
Installation: juimka.de
Norbert Blüm: Die neoliberale Epidemie
Norbert Blüm ist im Alter von 84 Jahren mitten in der Corona-Krise gestorben. Mehrfach hatte er den Neoliberalismus als „Epidemie“ bezeichnet. Zum Beispiel hier:
2005 sagte er mir dazu:
„Dem neoliberalen Rausch gebe ich höchstens noch zwei, drei Jahre. Das werden sich nämlich die Menschen in der Welt nicht gefallen lassen! Wissen Sie: Wenn Globalisierung ein Wettbewerb ist: ‚Wer produziert am billigsten, der gewinnt‘, wenn das die Zukunft ist: Ja, da müssen wir ja die Kinderarbeit wieder einführen!“
Schwere Kost für manch einen in CDU und CSU, der jetzt in Nachrufen überschwenglich das große soziale Herz Norbert Blüms lobt. Während sich die Union lange gesträubt hatte, die sogenannte Grundrente mitzutragen und jetzt, inmitten einer anderen Epidemie, diese soziale „Wohltat“ für Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben und bisher nur eine Grundsicherung – sprich: Hartz-IV-Niveau – als Alterseinkommen erwarten konnten, wieder in Frage stellt.
Homeoffice
Das hat dem Messdiener Blüm gefallen
Norbert Blüm ist gestorben. 84 Jahre alt wurde er. Als Franz Josef Strauß in den 70er Jahren offen mit dem Pinochet-Regime in Chile sympatisiert hatte, und CDU-Generalsekretär Bruno Heck meinte, dass das Klima im Stadion von Santiago – in dem politische Gefangene gefoltert wurden – bei gutem Wetter doch ganz angenehm sei – war Norbert Blüm der Mann in der CDU, der sich offen – bei einem Besuch in Chile – schockiert über die brutale Terrorherrschaft der Militärjunta äußerte.
2005 traf ich ihn in Fulda, als er dort im September den „Winfried-Preis“ erhielt:
Und ich habe später, 2015, nochmal einen Beitrag zu seinem 80. Geburtstag gemacht, den ich jetzt zu seinem Tod mit neuen Zeitbezügen neu produziert habe:
Sonniger Palmsonntag 2020
Schattenschritte zu Füßen der EZB (Frankfurt am Main)



