{"id":181,"date":"2014-04-23T16:34:19","date_gmt":"2014-04-23T14:34:19","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.christoph-kaeppeler.de\/?page_id=181"},"modified":"2014-04-23T16:38:46","modified_gmt":"2014-04-23T14:38:46","slug":"wenn-der-oelbaum-des-friedens-wieder-blueht","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blog.christoph-kaeppeler.de\/?page_id=181","title":{"rendered":"&#8222;Wenn der \u00d6lbaum des Friedens wieder bl\u00fcht&#8220;"},"content":{"rendered":"<h6 style=\"text-align: left;\">Zum Ende der Internationalen Brigaden Anfang 1939 (ein Text von mir aus dem Jahr 1989, bisher unver\u00f6ffentlicht)<\/h6>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>&#8222;Die Welt wird frei! Ihr habt noch die Gewehre!<\/em><br \/>\n<em> Die Welt wird frei! Es liegt in eurer Hand!&#8220;<\/em><br \/>\n<em> (Erich Weinert)<\/em><br \/>\n<em> &#8222;Denn unser Sieg befreit die ganze Welt.&#8220;<\/em><br \/>\n<em>(Lied der XI. Internationalen Brigade)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0 \u00dcberquert man die franz\u00f6sisch-spanische Grenze zwischen Le Perthus und La Jonquera auf der Autobahn Perpignan-Barcelona, so erblickt man zu seiner Rechten ein riesenhaftes, aus Erde aufgeworfenes Monument, pyramidenf\u00f6rmig, mit einer steilen Treppe, die zu einer Gedenkst\u00e4tte in Form vierer verdrehter rotsandsteinfarbener S\u00e4ulen f\u00fchrt. Wenige nur werden wohl auf ihrem Weg in spanische Urlaubsparadiese hier anhalten, um den schon von weitem Beschwerlichkeit verheissenden Aufgang hinaufzusteigen und die k\u00fcnstlerische Gerinnung des unbekannten Gedenkanlasses n\u00e4her zu betrachten. Viele dagegen werden sich fl\u00fcchtig fragen, welches ersch\u00fctternde historische Ereignis hier in gigantischer Eindringlichkeit memoriert werden soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0 &#8222;Unsere Chaussee strebt zur franz\u00f6sischen Grenze. Wir haben La Junquera hinter uns gelassen, den letzten katalonischen Ort, mit seinen blinden Fensterl\u00e4den und verschlossenen H\u00e4usern, seinen geleerten Magazinen und seinen mit Unrat bedeckten Gehsteigen.. Jetzt haben wir nur noch f\u00fcnf, sechs Kilometer bis zur Grenze, wo das Wort &#8218;gewesen&#8216; seine volle Berechtigung bekommen wird, wir endg\u00fcltig gewesene Chefs, gewesene Meldeg\u00e4nger und gewesene Bataillons\u00e4rzte sein werden.&#8220;<br \/>\nDie romantische, noch von keiner autopista durchschnittene D\u00fcsterkeit der Pyren\u00e4en, abseits scheinend von aller Aufgew\u00fchltheit dieser Welt, bildete vor 50 Jahren die tragische Kulisse f\u00fcr die letzten freien Schritte einer Gemeinschaft von Menschen, die fast zweieinhalb Jahre lang einem uners\u00e4ttlichen, Europa anscheinend St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck verschlingenwollenden Moloch getrotzt hatten.<br \/>\nDer deutschschreibende jugoslawische Arzt und Journalist Theodor Balk, Bataillonsarzt der 14. Internationalen Brigade, bewegte sich mit diesem geschlagenen Haufen Ausgesto\u00dfener in den ersten Tagen des Februar 1939 auf einer der letzten Stra\u00dfen dahin, die noch zum rasch dahinschmelzenden Territorium der Spanischen Republik geh\u00f6rten und in kurzer Zeit auch schon dem siegreichen General Franco unterstehen w\u00fcrde. Von denjenigen von ihnen, die das &#8222;Wunder von Madrid&#8220; vollbracht hatten, als es ihnen dreimal hintereinander gelungen war, den Einmarsch der Nationalisten in die Stadt zu verhindern, lebte kaum noch einer. Bei Guadalajara im Mai 1937 hatten sie, die Zusammengew\u00fcrfelten aus 53 verschiedenen L\u00e4ndern, eine regul\u00e4re Expeditionsarmee Mussolinis geschlagen; am Ebro im Sommer 1938 schlie\u00dflich waren sie ein letztes Mal vorgestossen, bevor die Verteidiger der Republik endg\u00fcltig vor der geballten Waffenkraft, durch Deutschlands und Italiens Unterst\u00fctzung geschaffen, zur\u00fcckweichen mu\u00dften.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0 &#8222;Die franz\u00f6sische Grenzburg verschwindet hinter einer Felswand. Abgr\u00fcnde g\u00e4hnen unter uns, Tannen klettern die Abh\u00e4nge hinauf, von neuem taucht die Grenzburg auf, in vielen Windungen n\u00e4hern wir uns der Grenze, dem Finale.&#8220;<br \/>\nSchlu\u00dfszene eines Einsatzes, der im Oktober 1936 so entschlossen und enthusiastisch begonnen hatte. 35.000 bis 40.000 &#8222;Freiwillige der Freiheit&#8220; waren aus 53 verschiedenen L\u00e4ndern zusammengestr\u00f6mt, um mit der Waffe in der Hand die spanische Republik bei der Verteidigung gegen die &#8222;Nationale Erhebung&#8220; eines gro\u00dfen Teils der Armee zu unterst\u00fctzen. F\u00fcr die Deutschen, Italiener, \u00d6sterreicher, Italiener, Ungarn, Polen unter ihnen, zu einem gro\u00dfen Teil Kommunisten, aber auch Sozialisten und Sozialdemokraten, war der B\u00fcrgerkrieg in Spanien die erstmalige Gelegenheit gewesen, dem Faschismus offen, nicht mehr machtlos dessen Folterern und M\u00f6rdern ausgesetzt, entgegenzutreten. Mehr als die H\u00e4lfte von ihnen fiel in den erbitterten, blutigen Schlachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Internationalen Brigaden waren die &#8222;intellektuellsten Truppen der Kriegsgeschichte&#8220;.\u00a0 Andreu Castell, spanischer Historiker, gibt an, da\u00df 45% ihrer Mitglieder K\u00fcnstler, Schriftsteller, Wissenschaftler, \u00c4rzte und Politiker waren, 44% Freiberufler und Arbeiter sowie 11 % &#8222;Abenteurer&#8220;. Von letzteren hatten aber die meisten das Schlachtfeld Spanien l\u00e4ngst wieder verlassen. Ernest Hemingway, dem der Mut und die ideologische Entschlossenheit der internationalen K\u00e4mpfer imponierte, und den die daraus resultierende H\u00e4rte und Todesverachtung in seinen M\u00e4nnlichkeitsidealen ansprach, schrieb im Sommer 1937 bei seiner R\u00fcckkehr nach Spanien \u00fcber die M\u00e4nner an der Arag\u00f3n-Front:<br \/>\n&#8222;Die Romantiker haben sich davon gemacht, die Feiglinge waren heimgegangen und mit ihnen die Schwerverwundeten, und freilich auch die Toten waren nicht mehr da. Jene, die zur\u00fcckgeblieben waren, hatten eingeschw\u00e4rzte, n\u00fcchterne Gesichter. Nach sieben Monaten verstanden sie ihr Handwerk.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Schriftsteller aus vielen L\u00e4ndern hatten aktiv in Spanien gek\u00e4mpft. Es war f\u00fcr die entschlossenen Antifaschisten unter ihnen die Zeit gewesen, in der man &#8222;die Schreibmaschine mit dem Maschinengewehr vertauschen&#8220; mu\u00dfte (Alfred Kantorowicz). &#8222;Wir Schriftsteller an der Front haben die Feder aus der Hand gelegt. Denn wir wollen nicht mehr Geschichte schreiben, sondern Geschichte machen&#8220;, hatte Ludwig Renn auf dem 2. Internationalen Schriftstellerkongre\u00df in Madrid 1937 ausgerufen.<br \/>\nHeinrich Mann bedauerte, da\u00df er wegen seines Alters im Sch\u00fctzengraben nur hinderlich sein w\u00fcrde, in dem sonst auch er seinen Platz gesehen h\u00e4tte.<br \/>\nDer Krieg in Spanien war nicht nur ein B\u00fcrgerkrieg. Stellvertretend f\u00fcr den Rest Europas prallten hier die ideologischen Gegens\u00e4tze der Epoche aufeinander: Faschismus gegen Kommunismus; Faschismus gegen Demokratie, brutale Restauration der alten Kr\u00e4fte von Gro\u00dfgrundbesitzern, Kirche, reaktion\u00e4ren Milit\u00e4rs und Schwerindustrie gegen aufkl\u00e4rerische Traditionen. England und Frankreich, die einzigen noch vorhandenen b\u00fcrgerlich-demokratischen Gro\u00dfm\u00e4chte in Europa, verkannten diesen Entscheidungscharakter des Spanienkrieges. Aus Angst, Europa k\u00f6nne in zwei ideologische Bl\u00f6cke zwischen nationalsozialistischem Deutschland und kommunistischer Sowjetunion zerfallen (eigentlich l\u00e4ngst eine Tatsache), propagierte vor allem England die &#8222;Nichteinmischung&#8220;; es kam im Effekt einer Unterst\u00fctzung Francos gleich, weil den kriegsentscheidenden massiven Waffenlieferungen Hitlers und Mussolinis keine f\u00fcr die Republik gegen\u00fcberstanden. Selbst b\u00fcrgerliche Antifaschisten wie Thomas Mann kommentierten dies bitterb\u00f6se. Seine gro\u00dfb\u00fcrgerlich-d\u00fcnkelhafte, degoutierte, aber zutreffende Beschreibung zergeht noch heute auf der Zunge:<br \/>\n&#8222;Eine Generals-Emeute, im Dienst der alten Ausbeuter- und Unterdr\u00fcckungsm\u00e4chte unternommen und im \u00fcbrigen mit dem spekulierenden Ausland abgekartet&#8230;&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0 Ein Kalk\u00fcl Frankreichs und Englands war, da\u00df Sowjets und Deutsche bald \u00fcbereinander herfallen, sich dadurch gegenseitig schw\u00e4chen und die machtpolitische Position der &#8222;alten Demokratien&#8220; gegen\u00fcber beiden sich entscheidend vergr\u00f6\u00dfern w\u00fcrde. Deshalb kam eine Unterst\u00fctzung der spanischen Republik gemeinsam mit der Sowjetunion f\u00fcr sie nicht in Frage: Hitler h\u00e4tte dies \u00fcbelnehmen k\u00f6nnen. Zudem bestanden in diesen L\u00e4ndern nat\u00fcrlich auch heimliche Sympathien f\u00fcr den &#8222;Ordnung&#8220; schaffenden Franco. Wirtschaftliche Interessen Englands z.B. an spanischem Eisenerz bevorzugten damals wie heute &#8222;stabile&#8220; politische Verh\u00e4ltnisse, die eine Regierung aus Sozialisten, Kommunisten und Anarchisten in &#8218;ihren Augen wohl kaum schaffen konnte. Englische Konservative und franz\u00f6sische Oppositionelle Rechte sympathisierten teilweise offen mit den Putschisten gegen die Demokratie in Spanien.<br \/>\nEinzig die materielle Unterst\u00fctzung durch die Sowjetunion hatte der Republik zur F\u00e4higkeit verholfen, in den anwachsenden Materialschlachten fast drei Jahre lang zu widerstehen. Nach und nach zeichnete sich aber eine zunehmende \u00dcberlegenheit der Franco-Armee ab, ihr Endsieg wurde absehbar. Nachdem sie im April 1938 mit dem Erreichen des Mittelmeeres das Gebiet der Republik in zwei Teile getrennt und zur Gegenoffensive am Ebro angesetzt hatten, zog die republikanische Regierung von Juan Negrin am 23. September 1938 die 12.000 noch k\u00e4mpfenden Interbrigadisten von der Front ab. Sie gab sich der illusorischen Hoffnung hin, da\u00df mit dem Abzug der Ausl\u00e4nder, die auf ihrer Seite k\u00e4mpften, auch Franco vom in London residierenden &#8222;Nicht-Einmischungs-Ausschu\u00df&#8220; des V\u00f6lkerbundes gezwungen werden w\u00fcrde, die deutschen und italienischen Truppen abzuziehen, die als ausl\u00e4ndische Kontingente neben seinen marrokanischen S\u00f6ldnern, Falangisten und navarresischen Requet\u00e9s f\u00fcr ihn k\u00e4mpften. Einzige Hoffnung der Republik konnte noch sein, bis zum erwarteten Ausbruch des Weltkrieges durchzuhalten, um so den B\u00fcrgerkrieg zu einem Bestandteil der europ\u00e4ischen Auseinandersetzungen zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0 Am 28. Oktober 1938 sprach die &#8222;Pasionaria&#8220;, stets in schwarzer Trauerkleidung auftretende charismatische Symbolfigur des spanischen Widerstands, bei der Abschiedsparade der Internationalen Brigaden in Barcelona:<br \/>\n&#8222;Kameraden der Internationalen Brigaden! Ihr werdet zur\u00fcckgesandt, aus politischen Gr\u00fcnden, aus Gr\u00fcnden der Staatsr\u00e4son, um der selben Sache willen, f\u00fcr die ihr mit grenzenloser Bereitschaft euer Leben eingesetzt habt. Manche von euch k\u00f6nnen nach Hause gehen, manche nur in ein unfreiwilliges Exil. Ihr k\u00f6nnt mit Stolz abziehen. Ihr seid Geschichte geworden. Ihr seid eine Legende geworden. Ihr seid ein heroisches Beispiel der Solidarit\u00e4t und Universalit\u00e4t der Demokratie. Wir werden euch nicht vergessen. Wenn des \u00d6lbaum des Friedens wieder bl\u00fcht und seine Bl\u00e4tter sich mit dem Lorbeer des Sieges der Republik mischen &#8211; dann kommt zur\u00fcck!\u201c<br \/>\nEs soll das einzige Mal gewesen sein, da\u00df man die unersch\u00fctterliche und unerbittliche Dolores Ibarruri in der \u00d6ffentlichkeit weinen sah, und auch viele der hartgesottenen Soldaten mu\u00dften sich verstohlen die Tr\u00e4nen aus den Augen wischen. 6000 von ihnen konnten bald darauf in ihre Heimatl\u00e4nder zur\u00fcckkehren, ebensoviele mu\u00dften jedoch in ihrem mehr und mehr zusammenschrumpfenden Exilland, das durch ihre tragische Verbundenheit mit ihm ihnen zur zweiten Heimat geworden war, verbleiben. Das nahe Frankreich war nicht bereit, ihnen Asyl zu gew\u00e4hren. Deutsche, \u00d6sterreicher, Italiener, Jugoslawen wurden zun\u00e4chst in grenznahen Demobilisierungslagern stationiert. Mitte Januar 1939 wurden sie doch noch einmal bewaffnet, um den Vormarsch der Franco-Truppen so lange aufzuhalten, bis viele der 500.000 Fl\u00fcchtlinge und republikanischen Soldaten sicheren franz\u00f6sischen Boden erreicht hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0 &#8222;&#8230;Abgr\u00fcnde g\u00e4hnen unter uns&#8220;. Theodor Balk \u00fcberschritt mit seiner 14. Internationalen Brigade die Internationale Br\u00fccke, welche \u00fcber die spanisch-franz\u00f6sische Grenze zwischen La Jonquera und Le Perthus f\u00fchrt. &#8222;Gro\u00dfst\u00e4dtisch gekleidetes Volk: Reporter und Ministerialbeamte, Offiziere und Damen vom Roten Kreuz&#8220; erwarteten sie. In disziplinierter Formation marschierten die Soldaten an ihren obersten Kommissaren Luigi Longo und Andr\u00e9 Marty vorbei, der seinen legend\u00e4ren Ruhm erworben hatte, als er 1917 eine Rebellion auf einem franz\u00f6sischen Kriegsschiff angef\u00fchrt hatte, um nicht auf meuternde zaristische Matrosen schie\u00dfen zu m\u00fcssen.<br \/>\n&#8222;&#8230;.wir sind noch Soldaten. Wir werden auch jenseits der Grenze, auch ohne Uniform und Rangabzeichen noch Soldaten sein,&#8220;<br \/>\nSo wie Balk verstanden sich viele der internationalen Spanienk\u00e4mpfer. Eine gro\u00dfe Schlacht gegen den Faschismus war in Spanien verloren worden, aber als anachronistische Gesellschaftsform konnte er nicht \u00fcberleben. Irgendwann einmal, nach hartem Kampf, w\u00fcrde er dem Ansturm des Fortschrittes und der Volksmassen erliegen m\u00fcssen. Erich Weinert schrieb 1938 in seinem Gedicht &#8222;Abzug von der Front&#8220;:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">&#8222;Wir gehn zur\u00fcck in eine andre Welt<br \/>\nAls Partisanen, nicht als Veteranen.<br \/>\nWir bleiben weiter unter unseren Fahnen.<br \/>\nUnd wo der Feind sich auch entgegenstellt:<br \/>\nDer Kampf geht weiter! Bis die Festung f\u00e4llt!&#8216;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0 Die abziehenden Interbrigadisten waren nur ein verschwindend kleiner Teil der Menschenmassen, die das zusammenbrechende Katalonien verliessen. Eine halbe Million Menschen, zur einen H\u00e4lfte Zivilisten, zur anderen Soldaten der republikanischen Volksarmee, \u00fcberschwemmten in einem der gr\u00f6\u00dften Volksexoden der &#8211; bisherigen &#8211; europ\u00e4ischen Geschichte das franz\u00f6sische Department Pyr\u00e9n\u00e9es-Orientales, in dem selbst nur 223.000 Menschen lebten. Die Bewohner dieser Grenzregion hatten bisher in tr\u00fcgerischer Friedlichkeit dahingelebt. Weit entfernt, hatte man manchmal das Echo der deutschen Stukas und italienischen Fiat-Bomber geh\u00f6rt, die in Figueras oder dem Grenzort Port-Bou ihre t\u00f6dlichen Lasten auf die Zivilbev\u00f6lkerung abgeworfen hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0 &#8222;Das Drama, dem wir beiwohnen, spielt sich in einer der sch\u00f6nsten Landschaften der Welt ab. Vor uns die bl\u00e4uliche Linie der Pyren\u00e4en. Zur rechten, ganz wei\u00df von Schnee, das Canigou Massiv. Ein Himmel von klarem Blau, eine Sonne, die alles durchdringt und belebt. Hinter uns f\u00e4llt das braunrote flache Land, geschm\u00fcckt mit Bauernh\u00e4usern und Baumgruppen, in sanfter Neigung ab bis nach Perpignan. In n\u00e4herr\u00fcckenden Abst\u00e4nden k\u00fcndet uns ein dumpfes Grollen: Man k\u00e4mpft noch hinter dem entgegengesetzten Abhang. Und j\u00e4h, ohne \u00dcbergang, treten wir in Kontakt mit den Schrecken des Krieges&#8220;, beschrieb der Schriftsteller und Historiker Daniel Gu\u00e9rin die Massenflucht von Menschen vor den christlichen Armeen Francos, die noch am 22. Dezember 1938 den Aufruf des Papstes, zu Weihnachten die Waffen schweigen zu lassen, ignoriert hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0 Am 5. Februar 1939 hatten die franz\u00f6sischen Beh\u00f6rden die \u00d6ffnung der Grenzen ohne Auflagen und Restriktionen verk\u00fcndet. Zivilisten wie Soldaten durften sich nach Frankreich retten. Die humanit\u00e4ren Traditionen Frankreichs hatten die Oberhand gewonnen \u00fcber w\u00fctende, offen profranquistische Tiraden in Teilen der franz\u00f6sischen Presse. &#8222;Das ist die \u00dcberflutung des Roussillon durch die marxistischen Horden&#8220;, sch\u00e4umte beispielsweise das royalistische Blatt &#8222;Le Roussillon&#8220;. In diesem Jahr feierte Frankreich schlie\u00dflich die 150. Wiederkehr des Sturms auf die Bastille. Auch der Druck der starken Kommunistischen Partei Frankreichs und anderer linker Massenorganisationen hatten die sich immerhin noch sozialistisch nennende Regierung gezwungen, die geschlagenen Volksfrontanh\u00e4nger nach Frankreich einzulassen. Zwar fragte der Journalist P. J. Santes in der rechtsgerichteten Zeitung &#8222;L&#8217;Action fran\u00e7aise&#8220;, weshalb unschuldige Menschen vor der &#8222;Befreiungsarmee&#8220; des sp\u00e4teren Caudillos fliehen sollten. &#8222;Bringt General Franco nicht Verzeihung, zusammen mit Brot und Gerechtigkeit?&#8220;<br \/>\nDie Zahlen aber derjenigen, die allein in den f\u00fcnf Tagen nach der Besetzung Barcelonas am 26. Januar get\u00f6tet wurden, gaben ihm beredte Antwort. 10.000 Menschen wurden von den entfesselten Falangisten mitten auf der Stra\u00dfe und in den Wohnungen bekannter oder denunzierter Republik-Anh\u00e4nger ermordet. Kriegsgerichte brachten in einer zweiten &#8222;S\u00e4uberung&#8220; noch einmal 25.000 Soldaten der Volksarmee vor die Erschie\u00dfungspelotons.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0 Abgr\u00fcnde&#8230; Vor allem die nichtspanischen Kombattanten sp\u00fcrten die \u00fcber den das Herz zerreissenden Auszug eines ganzen Volkes hinausgehende gr\u00f6\u00dfere Tragik der Geschehnisse. Als der Schriftsteller, Ex-Bohemien, Ex-Saark\u00e4mpfer und Ex-Kommissar der 12. Internationalen Brigade Gustav Regler, der Ende 1937 nach einer schweren Verwundung vor Huesca Spanien verlassen hatte, in Le Perthus eintraf, fand er die Grenze &#8222;belebt wie ein mittelalterliches Bild der Kreuzigung Christi. \u00dcberall von den H\u00fcgeln stiegen Gruppen von Zivilisten herab. Sie gingen w\u00fcrdig und mit einem sichtbaren Vertrauen in das Schicksal, das sich da mit der bewachten, von Milit\u00e4r wimmelnden Ebene vor ihnen auftat.. .Wie Sterbende oft eine \u00fcberhelle Heiterkeit haben, so trieben diese Fliehenden im Wind einer Ausgelassenheit, die uns traurig an der Grenze stehenden Freunde verwunderte und noch schwerm\u00fctiger machte; f\u00fchlten sie schon, da\u00df bald ein Dutzend europ\u00e4ischer V\u00f6lker dieselben Wege ziehen w\u00fcrde?&#8220; Regler glaubte &#8222;mit der \u00dcberempfindlichkeit des wieder einmal Besiegten den Leichengeruch von \u00fcbermorgen&#8220; riechen zu k\u00f6nnen. Kassandrische Prophetie mischte sich mit trauriger Wut \u00fcber die Blindheit und Sorglosigkeit gegen\u00fcber dem nicht einzud\u00e4mmenden Vormarsch des Faschismus. Theodor Balks Verstand &#8222;wagte nicht an jenem Tage das Wort an mich zu richten. Erst am n\u00e4chsten Tage kroch er wieder hervor und ber\u00fchrte leicht meine Schulter. M\u00f6gen sie uns in M\u00fcnchen auch verkauft haben, sprach er zu mir, mag diesem M\u00fcnchen auch ein anderes folgen. Einmal werden den V\u00f6lkern die Augen aufgehen.&#8220; Dem Architekten und Sozialisten Cyprien Lloansi aus Perpignan wurde von den von Frankreich in den entscheidenden Phasen des Krieges Alleingelassenen, nunmehr Besiegten, bedeutet:<br \/>\n&#8222;Sie sagten zu uns, mit einer Art von traurigem Tadel in der Stimme: &#8218;Bald wird die Reihe auch an euch sein&#8217;&#8230; Ein Jahr sp\u00e4ter, als Verwundeter in den Ardennen, mu\u00dfte ich mich an diese prophetischen Worte erinnern. Sie sind es, die recht gehabt haben.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0 \u00dcberall an der Grenze, von Le Perthus bis Boulou, Argel\u00e9s sur Mer, Saint Cyprien hatten sich riesige Volksmassen eingefunden, die ihrerseits den nichtendenwollenden Vorbeizug der heimatlos gemachten neugierig oder mitf\u00fchlend, sensationsl\u00fcstern oder schockiert betrachteten. Viele, die in Frankreich Parteien der Linken angeh\u00f6rten oder anhingen, waren betroffen vom menschlichen Elend und Ungl\u00fcck, das der Faschismus bei ihrem unmittelbaren Nachbarvolk hervorgerufen hatte. Kommunisten, Sozialisten und Anarcho-Syndikalisten bem\u00fchten sich um ihre spanischen Genossen; die katalanische Identit\u00e4t, die viele gemeinsam hatten, verst\u00e4rkte das Gef\u00fchl, Br\u00fcdern zu helfen.<br \/>\nAber auch die Franco-Propaganda von den blutr\u00fcnstigen Roten, welche Priester t\u00f6teten, zerst\u00fcckelten und in Metzgereien verkauften, hatte hier eine derartige Wirkung gezeigt, da\u00df einige entsetzt ein Kreuz schlugen oder den vor dem Terror Fliehenden zuriefen: &#8222;Die Verbrecher bekommen das, was sie verdienen!&#8220;<br \/>\nDurch eine solche, schon nach Hause strebende Menschenmasse mu\u00dfte sich auch Gustav Regler, als er von Perpignan aus zur Grenze fuhr, einen Weg bahnen. Als ehemaliger Polit-Kommissar wollte er den Resten seiner ehemaligen Brigade seinen letzten Dienst in dieser Funktion erweisen. Nach l\u00e4ngerer Suche fand er das zusammengeschrumpfte letzte H\u00e4uflein seiner fr\u00fcheren Kameraden nahe einem kleinen Ort in den Bergen. Es war die Gruppe, mit der auch der Organisator der Internationalen Brigaden im zentralspanischen Albacete, Andr\u00e9 Marty, die Grenze \u00fcberqueren wollte. Regungslos hatte der gr\u00f6\u00dfte Teil von ihnen sich in einem Kreis auf dem Boden niedergelassen, w\u00e4hrend ihnen ungef\u00e4hr zehn M\u00e4nner mit schu\u00dfbereiten Gewehren gegen\u00fcbersa\u00dfen. Zu ihnen geh\u00f6rte Marty. Aus Angst, er w\u00fcrde sie im letzten Moment noch &#8222;mitraillieren&#8220; wollen, waren die M\u00e4nner, nach gefl\u00fcstertem Einverst\u00e4ndnis, zur Seite ausgebrochen, hatten den Kreis gebildet, um sein Vorhaben zu vereiteln. Bei Reglers Ankunft erhoben sich Marty und seine Gruppe und machten sich daran, nach Frankreich \u00fcberzutreten.<br \/>\n&#8222;Marty wu\u00dfte, da\u00df sie alle seine korrupte Verwaltung und seine parteilichen Gerichtsverfahren in der Etappenstadt Albacete kannten; sie w\u00fcrden nun schwach werden und in Frankreich Enth\u00fcllungen machen; die b\u00fcrgerliche Presse w\u00fcrde sie bezahlen; man kannte das ja von fr\u00fcheren F\u00e4llen her; die Welt war voller Verrat!<br \/>\nIch bin \u00fcberzeugt, da\u00df er so naiv dachte, denn ein verfeinertes, gar humanes Denken lag ihm fern.&#8220;<br \/>\nDa\u00df man diesem Menschen einen Kameradenmord zutraute, um dem Klassenfeind keine Informationen \u00fcber Terror und Liquidierungen innerhalb der Internationalen Brigaden zukommen zu lassen, ist verst\u00e4ndlich, wenn man den Beinamen des franz\u00f6sischen Kommunisten kennt: &#8222;Schl\u00e4chter von Albacete&#8220;. 500 internationale Freiwillige sollen seinen S\u00e4uberungen der Brigaden von &#8222;Trotzkisten&#8220; und\u00a0 &#8222;Konterrevolution\u00e4ren&#8220; zum Opfer gefallen sein. Als herrisch und aufbrausend beschrieben, ging seine Manie, \u00fcberall Verrat zu wittern, ein letztes Mal in diesen Tagen mit ihm durch. \u00d6sterreichische Internationale waren auf ihrem R\u00fcckzug von Franco-Truppen vom Rest ihrer Brigade abgeschnitten worden und \u00fcberschritten daher unabh\u00e4ngig von ihr die Grenze, wo sie den Rest ihrer Einheit wiedertrafen. Da sie ohne Befehl gehandelt hatten, tobte Marty, sie seien Deserteure. Hier wurde er allerdings vom KPD-Vertreter in Spanien, Franz Dahlem, sp\u00e4ter Kulturminister der DDR, gebremst.<br \/>\nWieder ohne Gewehre, wieder in einem Gastland, auf dessen Toleranz man angewiesen war. In aller Eile hatte die franz\u00f6sische Regierung zahlreiche Lager errichten lassen, in denen die Fl\u00fcchtlinge erste Aufnahme finden sollten. In Orten wie Argel\u00e8s oder St. Cyprien, heute idyllische Urlaubsorte an der C\u00f4te du Roussillon, waren teilweise nur Teile des Strandes mit Stacheldraht eingez\u00e4unt worden. Unter den schikanierenden und dem\u00fctigenden Antriebsrufen &#8222;Allez! Allez hopp!&#8220; der franz\u00f6sischen Garde Mobile<br \/>\nwurden die Interbrigadisten in etwas getrieben, dessen Bezeichnung sie bisher nur aus Hitlers Deutschland kannten:<br \/>\n&#8222;Pl\u00f6tzlich, auf einem Dorfplatz, entdeckten wir ein gro\u00dfes frisch gemaltes Schild: &#8218;Au Camp de Concentration!&#8220; Zum Konzentrationslager! Also nicht wie Veteranen eines Freiheitskrieges behandelte uns die franz\u00f6sische Regierung, sondern wie Str\u00e4flinge, die nach Cayenne verschifft werden! Welch bittere Entt\u00e4uschung&#8220;, beschrieb Erich Weinert seine emp\u00f6rten Gedanken, als er die unfa\u00dfliche Namensgleichheit sah.<br \/>\nEs war ein anderer Empfang, als ihn die Spanienk\u00e4mpfer vom demokratischen Frankreich erhofft hatten. Oft hatten sie in Spanien \u00fcber die Regierung Blum und ihre &#8222;famose Non-Intervention&#8220; geschimpft, wenn sie in ihren Sch\u00fctzengr\u00e4ben den endlosen Angriffen deutscher und italienischer Flugzeuge und unaufh\u00f6rlichem, aus gut gef\u00fcllten Munitionslagern gespeistem Artilleriefeuer ausgesetzt waren, denen sie weniger und weniger entgegenzusetzen hatten. Aber: &#8222;Wir dachten ohne Illusionen den Boden dieses nachm\u00fcnchener Frankreichs zu betreten. Ach, wir waren voller Illusionen. Voller Illusionen waren wir&#8220;, seufzte Theodor Balk, nachdem ihm ein franz\u00f6sischer Offizier prophezeit hatte, jetzt sei Schlu\u00df mit &#8222;eurer selbstherrlichen roten Anarchie, endg\u00fcltig Schlu\u00df&#8220;.<br \/>\nNoch immer hoffte dieses Frankreich, Hitler sei &#8211; wo ihm jetzt auch noch Spanien geh\u00f6rte &#8211; ges\u00e4ttigt in seinem Hunger nach immer neuen Erweiterungen seines Reiches. Mehr Angst hatten selbst linksb\u00fcrgerliche Politiker vor dem Kommunismus. &#8222;Lieber Hitler als die Volksfront!&#8220; war Motto der Rechten in ihrer Au\u00dfenpolitik und auch gegen\u00fcber den Fl\u00fcchtlingen aus der Spanischen Republik. Der pro-franquistische Abgeordnete der Nationalversammlung Jean<br \/>\nYbarnegaray verstieg sich sogar zu dem Vorschlag, man solle &#8222;all diese Leute in uralte Schiffe stecken und auf hoher See verschwinden lassen&#8220;. Pathologische Vernichtungsphantasien, schreckliches Merkmal des aufstrebenden Faschismus, hatten also auch schon einige franz\u00f6sische Politiker infiziert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0 \u00a0 Am 9. Februar 1939 schlo\u00df Frankreich die Grenze wieder. Die 11. Internationale Brigade mu\u00dfte in C\u00e9rb\u00e8re erst lange verhandeln, bis<br \/>\nman sie noch hin\u00fcberlie\u00df. Am gleichen Tag erreichten die franquistischen Truppen des General Solchaga die Grenze. Der Katalonienfeldzug war f\u00fcr sie erfolgreich abgeschlossen. Einen Tag sp\u00e4ter begab sich der franz\u00f6sische General Falgade nach Le Perthus, um Solchaga zu begr\u00fcssen. Umgeben von Journalisten und Politnotabeln, in freundschaftlicher und ausgelassener Atmosph\u00e4re, tauschte man milit\u00e4rische Gr\u00fcsse und Zigaretten aus; kein Befremden stellte sich bei den S\u00f6hnen Mariannes ein, als sie den Faschistengru\u00df sahen und die Spanier die falangistische Hymne <em>Cara al sol<\/em> sangen. Frankreich war jetzt von drei faschistischen M\u00e4chten umkreist: Deutschland, Italien und Spanien.<br \/>\nF\u00fcr die internierten Angeh\u00f6rigen der Internationalen Brigaden begann nun eine neue Probe auf ihre Haltung zum antifaschistischen Kampf. Manche gaben auf, resignierten vor dem, was sie an der kommunistischen Strategie f\u00fcr mittlerweile nicht mehr tragbar hielten. Gustav Regler, Arthur Koestler, Willi M\u00fcnzenberg (der fr\u00fchere &#8222;Rote Hugenberg&#8220;) entfremdeten sich der Partei.<br \/>\nF\u00fcr eine gro\u00dfe Zahl von ihnen war jedoch die Gefangenschaft in franz\u00f6sischen Lagern eine Phase der Niederlage in ihrem Widerstand, die mit der gleichen Disziplin durchgestanden sein wollte wieder vorherige bewaffnete Kampf.<br \/>\n&#8222;Die Spanienk\u00e4mpfer waren standhaft und kampferprobt und auch unter ung\u00fcnstigen politischen und materiellen Bedingungen der Bourgeoisie moralisch \u00fcberlegen&#8220;, meint die DDR-Autorin<br \/>\nSibylle Hinze in ihrer 1988 erschienen Abhandlung &#8222;Antifaschisten im Camp Le Vernet&#8220;. Kaum in den Lagern angekommen, w\u00e4hlten sie Sprecher f\u00fcr die verschiedenen Nationalit\u00e4ten. Zellen wurden organisiert, fehlende sanit\u00e4re Anlagen in Eigeninitiative eingerichtet, Schulungskurse und Dichterlesungen abgehalten. Es bestanden Kontakte zur franz\u00f6sischen KP, mit deren Hilfe Mi\u00dfhandlungen durch die Wachmannschaften \u00f6ffentlich gemacht werden und so abgestellt werden konnten. So hielten sie ihre Kraft, durchzuhalten, aufrecht und allen Verlockungen stand, denen sie z.B. durch das Angebot, die Freiheit durch den freiwilligen Eintritt in die Fremdenlegion zu erhalten, ausgesetzt waren.<br \/>\nWenn sie es nicht geschafft hatten, freigelassen zu werden und in ein anderes, neutrales Land auszureisen, so begann die letzte und schlimmste Phase ihres Exils in Frankreich nach der Unterzeichnung des deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrages am 23. August 1939 und dem Ausbruch des Weltkrieges. Als &#8222;unerw\u00fcnschte Ausl\u00e4nder&#8220; wurden sie, makabrerweise zusammen mit in Frankreich verhafteten deutschen Nazis, die ersten und auf lange Zeit auch einzigen Kriegsgefangenen der franz\u00f6sischen Republik. Die Vichy-Regierung lieferte sp\u00e4ter viele von ihnen zur Weiterleitung in deutsche KZ&#8217;s und italienische Gef\u00e4ngnisse aus, wer fliehen konnte, schlo\u00df sich der Resistance an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u00a0 Zwischen 1974 und 1976 errichtete Ricardo Bofill sein Monument &#8222;El Parque de la Marca Hispanica&#8220; in Le Perthus. Seine Architektur<br \/>\nwill auch immer den &#8222;genius loci&#8220; einer Landschaft gestalten. So mag es, obwohl es der Erinnerung an den katalanischen Nationalhelden Wilfred den Behaarten gewidmet ist, dem in Sekundenschnelle auf der Autobahn vorbeieilenden auch ein fl\u00fcchtiges Gef\u00fchl daf\u00fcr vermitteln, da\u00df vor 50 Jahren in dieser friedlichen Gebirgslandschaft das gesamteurop\u00e4ische Drama der Entwurzelung und Vertreibung seinen Anfang nahm.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\" data-services=\"facebook\" data-url=\"https:\/\/blog.christoph-kaeppeler.de\/?page_id=181\" data-timestamp=\"1398271126\" data-hidezero=\"1\" data-backendurl=\"?rest_route=\/shariff\/v1\/share_counts&\"><ul class=\"shariff-buttons theme-default orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button mastodon shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#563ACC\"><a href=\"https:\/\/s2f.kytta.dev\/?text=%E2%80%9EWenn%20der%20%C3%96lbaum%20des%20Friedens%20wieder%20bl%C3%BCht%E2%80%9C https%3A%2F%2Fblog.christoph-kaeppeler.de%2F%3Fpage_id%3D181 via @CKaeppeler@social.cologne\" title=\"Bei Mastodon teilen\" aria-label=\"Bei Mastodon teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; 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Ihr habt noch die Gewehre! Die Welt wird frei! Es liegt in eurer Hand!&#8220; (Erich Weinert) &#8222;Denn unser Sieg befreit die ganze Welt.&#8220; (Lied der XI. Internationalen Brigade) \u00a0\u00a0 \u00dcberquert man die franz\u00f6sisch-spanische Grenze&hellip;<a href=\"https:\/\/blog.christoph-kaeppeler.de\/?page_id=181\">Weiterlesen <span class=\"screen-reader-text\">&#8222;Wenn der \u00d6lbaum des Friedens wieder bl\u00fcht&#8220;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":2,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"class_list":["post-181","page","type-page","status-publish","hentry"],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/PaPoVr-2V","jetpack-related-posts":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.christoph-kaeppeler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/181","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.christoph-kaeppeler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.christoph-kaeppeler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.christoph-kaeppeler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.christoph-kaeppeler.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=181"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/blog.christoph-kaeppeler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/181\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":191,"href":"https:\/\/blog.christoph-kaeppeler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/181\/revisions\/191"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.christoph-kaeppeler.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=181"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}